Dienstag, 22. November 2016

Es tickt ...

Wenn wer auf der Straße geht, einem vorbeitappsenden Hund einen Fußtritt verpasst und gebissen wird, so wird der Hundebesitzer verklagt, weil der Hund keinen Beißkorb hatte.
So tickt unsere Gesellschaft.

Als vor einigen Tagen der ORF erstmals über das Gewaltvideo von Jugendlichen berichtete, wurde erwähnt, dass dieses Video an die 3 Millionen Mal angeklickt wurde und aus dem Netz nicht zu löschen ist. Jetzt entrüstet sich der ORF darüber, dass es über 5 Millionen Klicks gab. No na. Erst darauf aufmerksam machen und sich dann aufregen, dass über 2 Millionen neugierig geworden sind.
So tickt der ORF.

Ich persönlich habe dieses Video nicht angeklickt. Warum?
Weil es mich nicht interessiert.

Gewaltvideos sind seit Jahren alltägliches Thema für Polizei, Schule und andere Institutionen.
Was passiert, wenn ein Lehrer so etwas bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringt? 
Die Eltern und auch noch alle anderen möglichen Leute (Psychologen etc.) würden sich über den Lehrer stürzen, weil er dumme Jugendliche gleich kriminalisiert.
Was passiert, wenn ein Lehrer Cybermobbing seiner vorgesetzten Behörde meldet? Nichts. 
Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich von Vertretern diverser Institutionen (Jugendamt, Polizei, Schulbehörde, Psychologen etc.) bei solchen und ähnlichen Hinweisen auf Handlungsbedarf den Satz gehört habe: „Na und? Was sollen wir jetzt tun?“
Wer Missstände meldet ist lästig.
Die einen sagen: „Das hat mit der Schule nichts zu tun“, die anderen sagen: „Schuld sind die Lehrer.“
So einfach tickt unser System.

Vor etlichen Jahren, nämlich genau am 16.04.2002, berichtete der ORF über die Zerschlagung eines Kinderpornoringes und zeigte mehrmals deutlich die Webadresse einer unzensurierten Kinderpornoseite. Meine damalige Chefin überzeugte sich davon und verfasste eine schriftliche Beschwerde an den ORF. Der ORF schrieb zurück.
Hier ein Teil dieser Antwort der zuständigen ORF-Redakteurin, nachdem sie die Verantwortung auf das Bundeskriminalamt schob:
„Außerdem möchte ich anfügen, dass Pädophilie eine Krankheit ist und solche Seiten sicher nicht zum Spaß besucht werden. Sollten trotzdem der ein oder andere Schüler auf diesen Seiten surfen, dann passiert das wahrscheinlich nur einmal – die Seiten sind für gesunde Menschen eher abstoßend als anziehend.“
Hört hört – so ist das also!
Warum zeigt der ORF jetzt das Gewaltvideo nicht zur Gänze? Man beteuert, es wäre zu abstoßend.

Und überhaupt - Das Internet ist Teufelszeug.
Fernsehen war es auch. Und das Telefon sowieso.

Die Jugend muss beschützt werden.
Ich sage: Nein, muss sie nicht.

Jugendliche machen Blogs, stellen ihre Kreationen auf You Tube, sind produktiv, kreativ, innovativ, konstruktiv und sind stolz darauf, dass alles, was sie ins Netz stellen, auf ewig dort bleibt. Sie sind Zukunft. Sie ticken.

Und wie ticken die Jugendlichen, die Gewalt ausüben? Eine Psychologin sagt unter anderem, dass da im Elternhaus zu wenig Liebe war.
Ja eh! Wir wissen es.

Es gibt viele Gründe und Ursachen für Gewalt. Tatsache ist aber auch, dass viele Menschen unter ebenso schwierigen Umständen aufwuchsen und trotzdem nicht gewalttätig wurden, weil sie selbst an sich gearbeitet und gesellschaftliche Regeln akzeptiert haben.
Ständig als erklärbares Opfer durch die Gegend laufen kann wohl nicht die Lösung sein. Wo bleibt die Eigenverantwortung?

Genau das frage ich mich auch angesichts der boomenden Hasspostings, die aus der vermeintlichen Anonymität heraus von Menschen mit Gewaltfantasien verfasst werden. An diesem Phänomen kann man sehen, wie wenig Eigenverantwortung unsere Gesellschaft zulässt, bzw. einfordert.

Wer sich zu einem Bienenstock setzt könnte gestochen werden.
Wer einen Hund tritt könnte gebissen werden.
Wer sich in einer gewalttätigen Clique umtut, der könnte selbst Ziel von Gewalt werden. Schließlich hat man sich mit Gewalt arrangiert –  solange man sie nicht selber spüren muss.
Wer sich spätnachts in dunklen Gassen herumtreibt könnte auf böse Menschen treffen, die zumindest grapschen oder gar herhauen, stechen oder schießen.
Das ist nichts Neues, das war immer schon so.
Zu wissen wo man hingeht ist wohl die einfachste Übung für Selbstverantwortung.

Lies einmal die Gebrauchsanweisung für einen dämlichen Toaster und du wirst erkennen, für wie blöd man dich hält. Die Firma will nicht geklagt werden können, wenn du statt Brot die Finger in das Gerät hältst.
Man geht schon von vornherein davon aus, dass keiner mehr Selbstverantwortung hat.

Aber aufregen darf man sich noch. Wir sind schließlich in einer Demokratie.

Da wollen z.B. die, die nichts haben, dass andere, die auch nichts haben, noch weniger kriegen sollten.  Was würde denen dann bleiben außer Gewalt?
Egal – wir haben es ja schon immer gewusst, dass die Ausländer gewaltbereit sind und keine Mindestsicherung verdienen.
Wir sind aufrichtig erbost.

Die USA macht es uns täglich vor.
Ein Land, wo es praktisch NUR Ausländer gibt - weit und breit ist kein Indianer zu sehen – blüht die Gewalt.
Gehe in die Bronx und beklage dich, dass du in deinem Land zu wenig Mindestsicherung kriegst - und du hättest eine in die Schnauze, dass du das Wort „Mindestsicherung“ nicht einmal mehr zischeln könntest.

Stattdessen sitzt du im geförderten Gemeindebau, schreibst Hasspostings gegen die Regierung, die Lehrer, die Ausländer, die Gutmenschen, die gewalttätige Jugend und überhaupt gegen alle.
Und wählen tust du genau die, die dich immer schon abgezockt und mit großmauligem Radau und Verbalgewalt magisch angezogen haben, weil sie dich glauben lassen, du seist wer.

So tickt Gesellschaft.

Bei uns.
Woanders geht’s ums nackte Leben.

Da ticken nämlich die Bomben und Hunde haben generell keinen Beißkorb.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Paradox

Angenommen du möchtest auf einen hohen Berggipfel. Nicht aus sportlichen Erwägungen – nein – du willst lediglich auch einmal ganz oben sein.

Du hast zwei Möglichkeiten: Du kannst mit dem Lift hinauffahren oder über einen Gletscher gehen, wo tiefe Gletscherspalten lauern.
Die Entscheidung ist leicht, wirst du denken.
Irrtum!
Viele – fast schon eine Mehrheit! – sagen: „Der Lift ist gefährlich, das Seil könnte reißen oder man kann hinunterfallen, oder …“ – Diese Vielen gingen also lieber in die Gletscherspalten.

„Dumm.“ sagst du? Vielleicht. Aber Angst verleitet zu paradoxen Entscheidungen. Und vor Dummheit warnen wäre auch paradox, weil Dummheit keine Warnungen versteht.

Jedenfalls kommen fremde Leute zu uns und das bringt Probleme. Es gibt zwei Möglichkeiten: Man kann sie kennen lernen und dann entscheiden, ob sie einem was tun (denn sicher sind da auch ein paar Arschlöcher dabei) – oder man schickt sie irgendwohin, auf dass einige von ihnen wieder zurückkommen (und das sind dann sicher genau diese Arschlöcher). Die Netten bleiben wo anders.

Paradox.

Da soll ein Flüchtlingsquartier entstehen. „Gefahr! Angst! Überfälle, Mord, Vergewaltigungen, Raubzüge – alles schon einmal da gewesen!“ rufen die Panikmacher bevor noch ein einziger Flüchtling eingezogen ist. Eine Bürgerwehr formiert sich. Ob die eigentlich auch die Flüchtlingskinder vor einheimischen Missbrauchstätern schützt?

Es gab Übergriffe und Vergewaltigungen durch Asylwerber. Daher müssen alle verbannt werden, denn damit sind wir die potentiellen Täter automatisch los. Was ist jedoch mit den „inländischen“ Kinderporno-Konsumenten, den Missbrauchstätern in so manchen Familien, den ehelichen Gewalt- und Vergewaltigungstätern und den Cyber-Kriminellen? Der Logik folgend müssten daher auch alle Inländer weggeschafft werden, damit wir lückenlos die bedenkliche Dunkelziffer an Tätern loswerden (diesbezügliche Statistiken sind erschreckend!).

Paradox.

„Die Mindestsicherung für Flüchtlinge soll gekürzt werden!“ rufen die, die eh schon wenig oder nichts haben.
Politiker und Reiche finden diese Idee grandios. No na – das ist gut für sie.
Abgesehen davon nämlich, dass die Flüchtlinge, die man noch rausschmeissen könnte, sowieso keine Mindestsicherung kriegen, werden die nötigen Aufwändungen (ohnehin ein minimaler Bruchteil des Budgets!) eben von wo anders abgezweigt, nämlich vom restlichen sozialen Netz (z.B. Mindestlöhne, Bildung u.s.w.). Das heißt: Die, die eh schon wenig oder nichts haben, wollen bei sich selber kürzen.

Paradox.

Ok – ja, ich verstehe – es hängt von den Arbeitsplätzen ab und wie man hört nehmen die Flüchtlinge Arbeitsplätze weg. Wieso wurde diese Mindestsicherung dann schon vor der Flüchtlingswelle eingeführt? Waren da die Arbeitslosen selber schuld?

Und außerdem: Man unterscheidet pro forma zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen. Erschossen werden ist wohl schlimmer als verhungern.
Kriegsflüchtlinge sind arm und wollen ihren Kopf retten. Wirtschaftsflüchtlinge hingegen wollen nur mitnaschen und bei uns arbeiten, also für ihre Existenz etwas leisten (das kann man bei uns nämlich noch).
Leider wird es eine Weile dauern, bis es sich endlich herumgesprochen hat: Eine belebte Wirtschaft kann in Wahrheit Arbeitsplätze schaffen. Trotzdem schmeißen wir die wieder raus, die beleben könnten und lassen die bei uns, die so lange durchgefüttert werden wollen, bis bei ihnen zu Hause der Krieg aus ist.
Das heißt: Wir verjagen wirtschaftliches Potential und behalten die, die was kosten, damit keiner sagen kann, wir wären unmenschlich (und das wäre es auch!).

Paradox.

Und dann gibt es die, die mit Hass-Postings und abnormen Gewaltphantasien gegen andere so tun als würden sie sich Sorgen um unser Österreich machen. Die wollen mit Hass und Gewalt Liebe beweisen? Vergewaltiger tun auch nichts anderes. – Paradox.

Wieso entscheiden sich so viele lieber für die Gletscherspalten statt für den Lift? Wer unser Land angeblich so liebt wie das Leben sollte keine Angst davor haben, dass vielleicht auch einmal ein Seil reißen könnte.

Ja, Angst kann teuflisch sein.


Richtet es aus den angeblich „Heimattreuen“, denn mit dem Schaden, den die anrichten sind sie selbst so paradox wie ihre Angstmache.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Angst vor den Angsthasen

„Die“ werden uns noch alles wegnehmen, unsere Arbeit, unsere Kultur, unsere Religion.

Ja, das werden sie! - Nicht heute, nicht morgen, aber übermorgen!

Nicht, weil „die“ eben so sind, sondern weil Ihr Angsthasen jetzt genau das Verkehrte tut.
Keine Sorge – hier geht’s nicht um „Menschlichkeits-Gefasel“ – im Gegenteil: Hier geht’s um nüchterne Kalkulation und beinharte Rechnung:

Ihr wollt, dass keine Flüchtlinge mehr hereinkommen? - Gut.
Also wohin mit „denen“?
„Die“ werden wieder umdrehen und zurückgehen. Nicht unbedingt in den Krieg, um sich erschießen zu lassen, sondern in irgendwelche überfüllten Lager. Die sind weit weg und gehen Euch nichts an – glaubt Ihr.

Und was passiert derzeit in diesen Lagern?
„Die“ kugeln in notdürftigen „Zelten“ aus Fetzen und Kartons herum und müssen dafür noch Miete bezahlen. „Na und?“ werdet Ihr sagen. – Gut.

Wie wird diese Miete bezahlt?
Die Erwachsenen gehen schwarz arbeiten und die Kinder bleiben den ganzen Tag sich selbst überlassen. Die gehen nicht in die Schule, denn dort gibt’s keine. Ihr sagt: „Das ist doch nicht unser Problem.“ – Gut.

Was machen diese Kinder den ganzen Tag?
Die spielen nicht „Mensch-ärgere-dich-nicht“ oder Versteckerln, nein, die müssen sich gegen eine feindliche Welt durchsetzen, lernen das Überleben um jeden Preis – ohne Regeln, ohne Ordnung.

Was wird aus einer Jugend, die keine Schule besucht hat, also keine Bildung und daher auch keine beruflichen Perspektiven hat?
Diese Jugend wird das Einzige tun, was jeder ungebildete Trottel kann: Waffen bedienen.
Da sie selbst keinen Sinn in ihrem Leben finden, wird man ihnen einen Sinn geben.
Der IS ist diesbezüglich recht erfolgreich. – Gut?

Dann wird sich eines Tages der Kreis schließen:
Die Lager werden aufbrechen wie Dämme und die Kinder, die Ihr jetzt wegschickt, werden wieder zurückkommen, und zwar als verrohte Kämpfer, die nichts zu verlieren haben und denen der Krieg scheißegal ist, weil sie nichts anderes gelernt haben. Und „dort unten“ wird eh nichts mehr zu holen sein.
Dann dürft Ihr wahrlich Angst haben. Denn dann nehmen sie Euch nicht die Arbeit oder eine Wohnung oder sonst was weg – nein, die nehmen Euch die Arroganz und – jawohl, das Leben!

Die Gestrandeten aber, die jetzt von anderen – nicht von Euch! – betreut werden, denen Chancen und eine Zukunft gegeben wird, die werden Eure Welt nicht bedrohen – denn die fressen dann aus dem gleichen Topf wie wir alle. Und nichts werdet Ihr dazu beigetragen haben! Nichts!

All die Straches, Kickels - und wie die machtgeilen Kurzzeit-Denker und Wahlplakat-Philosophen sonst noch heißen mögen – leben JETZT von Eurer Angst, wir alle aber werden SPÄTER all das ausbaden.

Woran man das bereits erkennen kann?
An Aussagen wie dieser: „Da müssen wir eben vereinzelt Zäune errichten.“

Und was wird zwischen den Zäunen sein?

Sich als einigermaßen denkender Mensch so etwas Vertrotteltes anhören zu müssen grenzt bereits an Folter.

Und Ihr als Folterknechte werdet letztlich das kriegen, was Ihr verdient:  BERECHTIGTE Angst!
Ich hab’ sie jetzt schon. Und zwar vor Euch.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Wirtschaftsflüchtlinge - Ein Dialog

G:      Du, sag einmal – was sind eigentlich Wirtschaftsflüchtlinge?

F:       Im Ernst jetzt? Das weißt du nicht?

G:      Ich bin mir nicht mehr so sicher. Und du erkennst doch Wirtschaftsflüchtlinge schon bevor sie da sind.

F:       Na ja – ein bissl logisches Denken braucht man halt.

G:      Dann sag doch: Wer oder was sind Wirtschaftsflüchtlinge?

F:       Das ist doch einfach. Ein Wirtschaftsflüchtling ist einer, dem es wirtschaftlich schlecht geht und deshalb zu uns kommt, damit es ihm besser geht.

G:      Warum geht’s dem schlecht?

F:       Weil er kein Geld hat und wahrscheinlich in Wirklichkeit auch zu faul ist zum Arbeiten.

G:      Wahrscheinlich – oder in Wirklichkeit?

F:       Man hört das immer wieder.

G:      Na gut. – Dem geht’s also schlecht und der kommt jetzt zu uns.

F:       Genau.

G:      Wozu?

F:       Das ist doch klar! Bei uns kriegt er ein paar Monate Geld für’s  Nichtstun.

G:      Wie viel?

F:       Des waß i momentan a net genau. I glaub’ - sicher ein paar tausend Euro!

G:      Echt? – Aber die hat er doch schon! Sonst könnt’ er sich ja die Flucht nicht leisten. Aus Syrien zum Beispiel.

F:       Na gut - Das Geld kriegt er von den Verwandten. Die kratzen alles zusammen, was sie haben.

G:      Das heißt: Der gibt das ganze Geld dafür aus, dass er zu uns kommen kann, um genau so viel zu kriegen wie er eh schon gehabt hat? -  Und das ist logisch?

F:       No sicher. Weil dann ist er ja schon bei uns und nimmt uns die Arbeit weg.

G:      Wieso? Du hast doch g’sagt, der will gar nicht arbeiten.

F:       Ja eh. Aber dann muss er halt. Sonst hat er wieder nix.

G:      Da hätt’ er doch gleich in Syrien bleiben können.

F:       Sag i ja! Die sollen alle daham bleiben!

G:      Aber so deppert is doch kana! Da riskiert einer sein Leben und kommt zu uns, damit er das Geld g’schenkt kriegt, das er für’s Herkommen verbraucht hat und muss dann genauso arbeiten wie dort, wo er herkommt, weil sonst hat er wieder nix. Da stimmt doch was nicht!

F:       Des verstehst du net. Ich glaub’, du willst eigentlich nur provozieren.

G:      Nein, ehrlich nicht! Ich will es nur verstehen. - Ich versteh’ zum Beispiel nicht, warum sich der mit dem Geld von den Verwandten keine Existenz im eigenen Land aufbaut anstatt zu flüchten.

F:       Dummerl. In Syrien ist doch Krieg. Da kannst dir keine Existenz aufbauen.

G:      Na dann … dann ist er doch eigentlich ein Kriegsflüchtling.

F:       Aber geh – die sagen doch nur, dass sie aus Syrien kommen. In Wahrheit sind sie – was weiß ich – aus irgend einem Nachbarland.

G:      Vielleicht aus dem Irak.

F:       Genau.

G:      Warum baut er sich dann im Irak keine Existenz auf mit dem Geld von den Verwandten?

F:       Im Irak ist doch auch Krieg.

G:      Und wenn er in ein anderes Nachbarland geht? Ägypten vielleicht.

F:       Na ja – dort ist ja auch … wenigstens ein bisserl Krieg.

G:      Libyen!

F:       Dort kämpfen’s auch.

G:      Wie wär’s mit der Türkei?

F:       Tschapperl. Türkei, Libanon und so weiter. Die haben eh schon Millionen Flüchtlinge. Die werden auf so einen Syrer warten, der eigentlich aus dem Irak kommt.

G:      Dann sag mir doch bitte: Wo kann sich so ein Iraker, der nicht aus Syrien kommt, eine Existenz aufbauen?

F:       Heast, du bist lästig. Des waß i net. Bin i a Syrer?

G:      Sicher nicht. Höchstens ein Iraker. – Aber was macht der jetzt wirklich?

F:       Tja. keine Ahnung. -  Muss er sich halt was einfallen lassen.

G:      Und wenn ihm einfallt, dass er zu uns kommt?

F:       Dann kann er glei wieder z’ruck geh’n. Soll er sich daham a Arbeit suach’n.

G:      Ja…und wo jetzt? Du hast ja selber g’sagt, dass dort überall Krieg ist.

F:       Waßt wos? – Du gehst ma auf die Nerven! - I sog: Die san alle Wirtschaftsflüchtlinge und du bist a Trottel.

G:      Waßt, wos i da jetzt sog? I glaub eher, DU bist a Trottel. Dei Hirn is a scho auf der Flucht und hat di z’rucklassen.

F:       Typisch! Ana linken Krätzn wie dir kann ma nix logisch erklären. Schleich di!

Dienstag, 6. Oktober 2015

Elefantenrunde

Wo waren da die Elefanten?

Ich sah nur ein paar Chipmunks, die sich vor Verzweiflung und Selbstmitleid im Porzellanladen wälzten. 

Und ich sah einen blauen Breitmaulfrosch, der sich mittels leerer Sprechblasen an der politischen Oberfläche halten möchte, darauf hoffend, von etlichen Gehörlosen geküsst zu werden, um sich in ein Prinzchen zu verwandeln. Das hätte er aber schon vorher sein müssen, da hilft die ganze Küsserei nichts. Es wird kein Märchen geben. Er wird Breitmaulfrosch mit leeren Sprechblasen bleiben.

Dass er keine einzige (!) Frage nach dem, was er besser machen würde, konkret beantworten konnte, musste doch jedem aufgefallen sein, der nicht wirklich gehörlos ist. Mit Schimpfen und Gerüchte-Streuen ein paar Treffer landen ist eben leichter als konstruktive Ideen präsentieren.

Und die Chipmunks beteten hastig ihre Wahlslogans herunter, immer darauf bedacht, sich von den anderen abzugrenzen, damit die Wähler vielleicht sehen können, welches Streifenhörnchen die geileren Rallye-Streifen hat. 

Keines.

Dazwischen gab es die Verkündigung irgendeines "Punktestandes" von diesem zum Boxkampf stilisierten Event, der bei den Medien zwar die Quoten hinauftrieb, beim Wähler aber den Blutdruck höher schnellen ließ.

Und der "Titelverteidiger" wirkte am Montag Abend so, als wäre schon Dienstag Mittag, wo er bekanntlich mit allem fertig sei, wenn er Lehrer wäre.

Praktisch im Off trug ein ORF-Moderator seine Angst vor demokratischer Gesprächskultur wie einen Bauchladen vor sich her - (Puls4 stieg da besser aus). Kaum gab es Ansätze von Konstruktivität wurde die Kampfrunde abgebrochen und eine neue eingeleitet.

Ja, es war ein Abend medialer und politischer Schande!

Ein Abend für die Zukunft destruktiver Großmäuler ohne Inhalt.

Wenn nämlich eines Tages die leeren Sprechblasen platzen werden die Begeisterungsschreie der Gehörlosen verstummen und plötzlich wird's keiner mehr gewesen sein wollen mit seiner Verantwortung beim Kreuzerlmachen.

Ja, jeder hat das Recht, sich zu irren, aber wer nur anbiedernde Sprechblasen wählt irrt sich fahrlässig. 

Dann wird er auf den nächsten "Kampf" im Fernsehen warten und schauen, wer beim Streiten gewinnt, denn Sachlichkeit und kritischer Hausverstand stören dabei nur.

Dann geh' ma uns halt was kaufen um die Sender-Quoten. Vielleicht eine DVD von den Chipmunks. Da kann man wohl nichts falsch machen ...

Donnerstag, 24. September 2015

Heimatbrief ins Ausland

Lieber Björn und Ulla!

Darf ich bitte zu euch kommen – mit Zelt und Personalausweis? Leute wie ich werden nämlich verfolgt – von niederen Lebewesen, die von der Natur trotzdem geduldet werden.
Sie vermehren sich ständig und der Aufwind der Populisten weht sie in jede Nische.
Gerade jetzt, wo es auf der ganzen Welt Flüchtlinge gibt.

Für Asylwerber ist es derzeit in Österreich ein großer Segen, nicht Deutsch zu können. Dass Österreich nämlich kein geringes Kontingent an Dumpfbacken als Abwehrwaffen gegen Flüchtlinge einsetzt, muss sogar für jene beunruhigend sein, die gerade vor konventionellen Kriegen geflüchtet sind.

Die Förderer Populistischer Öde kann man zwar abkürzen aber nicht aushungern.

Gut, es gab immer schon Menschen, die man bereits gefressen hat, bevor sie den Mund aufmachen – ´wenig Hirn im Ei kann vielleicht sättigen aber nicht aufbauen -,  und auch heute wieder streben die wehrbereiten Dumpfbacken diesen Flüchtlingen der Evolution zu.

Wer sich grottenblöd gibt, der hat in Österreich die besten Chancen, gewählt zu werden. Wahlergebnisse beweisen es.

Die vor Angst blaulippig gewordenen Stammtisch-Casanovas schreien in letzter Verzweiflung: „80 % der Asylwerber sind Wirtschaftsflüchtlinge!“
Woher wissen die das?
Gerade noch haben sie in Panik darum gebettelt, man möge doch die wahren Identitäten der Zu- und Durchwanderer genauer durchleuchten, weil man sonst nix weiß von denen.
Aber sie seien Wirtschaftsflüchtlinge.

Also da muss die Angst schon sehr groß sein, wenn man beteuert, jemanden zu kennen, den man gar nicht kennt.

Und außerdem seien bei denen, die man gar nicht kennt, viele IS-Terroristen. Wahrscheinlich die restlichen 20 %.
Wie Recht die Dumpfbacken doch haben!

In Wahrheit sind nämlich alle schwarzen Murln IS-Terroristen, die zu uns auf Wirtschaftsurlaub kommen. Hier kann man blass werden. 
Und die lebensgefährlichen Schlepperrouten gehören zum gebuchten Reisearrangement, damit sie in ihren Köpfungs-Ferien nicht einrosten.
Und warum sind so viele Kinder alleine unterwegs?

Die … na die …

Na klar! Denen da unten ist wahrscheinlich das Himbeereis ausgegangen und jetzt schicken sie die lieben Kleinen auf ein Tüterl zu uns.

Traiskirchen ist in Wahrheit ein Ferienlager für Himbeereis-Touristen.
Eiskalt und gefährlich, wenn sie einmal auftauen!

Wißt ihr - Die Brüder und Schwestern im Heimatrausch wären ganz gerne alleine unter sich – statt Zuwanderung müsste die Abwanderung aller anderen organisiert werden. Erst wenn sämtliche Intelligenz abgewandert sein wird, braucht man sich nicht mehr unterlegen fühlen.

Dann ist man wieder beim Wesentlichen, beim Ursprünglichen angelangt: Sich gegenseitig in die Goschen hauen und von vorne anfangen.

Sportlich gesehen könnte man jetzt vielleicht Toni Polster sagen hören: „Na gut, ich denke – das ist gerade nicht so wichtig, also primär.“

Polster for President!
Ein Ruhekissen für Dumpfbacken.


Bitte nehmt mich auf!

Mittwoch, 19. August 2015

Ich glaub' ich spinn' !

Laut einem Profil-Artikel saß einer der aktuell gefährlichsten Dschihadisten zwischen 2007 und 2011 wegen terroristischer Umtriebe im Simmeringer Gefängnis und konnte dort ungehindert das gleiche Delikt, weswegen es in Haft war, ausüben, nämlich terroristische Schriften verfassen und sogar predigen!
Und warum ist das so? Weil die Angst umgeht - und zwar beim Wachpersonal. Und das vermute ich nicht, sondern ich weiß es.

Ich glaub’, ich spinn’!

Der Verteidigungsminister Klug verfügt, dass islamisch gläubige Rekruten ihr Bundesheer-Outfit entsprechend ihrer Religion gestalten dürfen. Spinn’ ich? – Wer aus irgendwelchen Gründen – also auch aus religiösen – die Bedingungen des Bundesheeres nicht erfüllen kann oder will, hat schließlich die Möglichkeit, Zivildienst zu absolvieren. Oder dürfen z.B. orthodoxe Juden auch ihr Outfit beibehalten? Wohl kaum. 

Da kommt einem schon die Idee, dass Demokratie bei uns dahingehend missbraucht wird, sich in lieblicher Demut vor eventuellen Problemzonen zu verbiegen, um in vorauseilender politischer Überkorrektheit blauäugigen Edelmut zu verströmen, damit keiner sagen kann, man wäre undemokratisch.

Menschlichkeit und Toleranz sind nur dann ehrlich, wenn sie nicht dem Zweck der Anbiederung und Selbstgefälligkeit dienen!

Die Frau Stadtschulratspräsidentin beteuerte neulich, dass die Flüchtlingsströme auf unsere Schulklassen kaum Auswirkungen haben werden. Was bezweckt diese Frau mit so einem Beschwichtigungs-Unsinn?

Wahrscheinlich denkt sie sich, dass die LehrerInnen laut Bürgermeister eh schon am Dienstag zu Mittag mit ihrer Arbeit fertig sind und daher den Rest der Woche Deutschkurse abhalten könnten.

Ach ja – und wenn dann wieder einmal eine Leistungsstudie a la PISA oder eine Erhebung der durchschnittlichen Lesekompetenz erscheinen wird und die Ergebnisse vernichtend sein werden, haben eben die Lehrer wieder einmal versagt. Das ist einfach und kommt bei der Bevölkerung eh gut an.

Wegschauen und auf liebliche Korrektheit tun. Das geht jedem schon so auf die Nerven und treibt die Menschen genau dorthin, wo man sie nicht haben wollte, nämlich zu radikalen Strömungen, Ansichten und Parteien.

Und wenn das dann erledigt ist, so dürfen unsere Anbiedrungspolitiker im wohldotierten Ruhestand bei gräflichen Jagdevents sagen: Adieu Demokratie!


Oder spinn’ ich wirklich?