Jessasna!
Jetzt mutiert dieses Virus auch noch!
Zwar auf Englisch – also geht’s uns noch nix an – aber immerhin.
Bis jetzt hat es sich stabil verhalten. Das Einzige, was
mutiert hat, war unser zivilisiertes Leben.
So schön war’s noch bis vor einem Jahr!
Wir konnten uns distanzlos beflegeln, jedem Wunsch nach
Körperkontakt handgreiflich nachkommen, die Lehrer waren faule Trainings-Sandsäcke
für Medien, Kinder und Eltern, die jeweilige Regierung konnte ungehindert sticheln und
streiten und wir durften sie ungehindert kritisieren und trotzdem wählen.
Wir mutierten im letzten Jahr zu weisen Netzwerk-Wissenschaftlern
mit Anspruch auf alle möglichen Wahrheiten im vielfältigen Reich von Posen und
Postings, die Lehrer mutierten in den Köpfen der vormals mehr als 8 Millionen
österreichischen Schulexperten plötzlich zu pädagogischen Rettungsankern, weil viele
Eltern d’raufgekommen sind, dass ein Helikopter doch nicht so hoch fliegen kann
wie die Erwartungen verwöhnter Hascherln. Die müssen jetzt wohl und übel auf
dem Boden der Selbstverantwortung begreifen lernen, dass ein PC nicht nur zum
Spielen da ist.
Und die Regierung?
Hätten wir doch noch die vergangene Regierung mit dem armen,
verkannten und so gemein hineingelegten Zahntechniker als Vizekanzler mit
besten Connections zu russischen Oligarchen!
Da hätten wir schon längst einen chinesischen Impfstoff!
Und der wäre sicher der beste, denn immerhin haben die
Chinesen das Virus absichtlich freigesetzt, also hatten sie schon lange vorher
einen Impfstoff entwickelt. Man musste nur noch abwarten, bis die globale Notwendigkeit
und daher die Nachfrage stieg. So macht man Geschäfte! Dagegen war Ibiza ein
Lärcherlschas.
Was haben wir jetzt davon? Für uns gibt es bald Impfungen, durch
die – wie man hört - Gesichtslähmungen
auftreten. Wir werden daher zwar nicht infiziert sein, dafür können wir aber nicht
mehr lachen.
Egal.
Es gibt auch nichts mehr zum Lachen. Denn was macht
unsere seinerzeit noch demokratisch gewählte Regierung? Sie mutiert zu einer tollpatschigen
(aber nicht linkischen) Truppe mit einem Bewegungsprofil, das dem unserer
Fußball-Nationalmannschaft ähnelt. Vorpreschen und Eigentore schießen.
Statt die jahrzehntelang eingebürgerten Einschränkungen der
persönlichen Freiheit weiterhin zu dulden verlautbaren sie plump, dass sie
selbst diese Einschränkungen erfunden hätten.
Jeder Wirt oder Veranstalter hat zum Beispiel das Recht,
Gäste hereinzulassen oder rauszuschmeißen, die sich nicht an seine Regeln
halten. Das war schon immer so.
Zum Opernball darf der Herr nur mit Frack. Sonst darfst er nicht rein. Auch das war immer schon so. Wo bleibt da die persönliche Freiheit?
Im Wirtshaus darf man nicht auf dem Stammtisch kopulieren,
obwohl es sich doch nur um einen Austausch von Liebe und Zuneigung handeln
würde. Nein, das darf man nicht. Wo bleibt da die persönliche Freiheit?
Ein Kabarett-, Opern- oder Konzertveranstalter könnte nur
Leute mit einem negativen Coronatest hereinlassen. Damit schützt er sein
Publikum und seine Künstler.
Aber unsere Regierung macht daraus eine kindische Konsumenten-Verordnung
für eine läppische Woche – anstatt das Recht der Veranstalter generell zu
dulden. Das nennt man: Vorpreschen und Eigentor schießen.
Und danach schließen wir wieder alle Theater?
DAS ist Einschränkung der persönlichen Freiheit. Du darfst
nicht hingehen, obwohl es Lösungen gäbe.
So wie es im Kulturleben Bedingung ist, sich eine Eintrittskarte
zu kaufen, so wird es doch vom Kulturinteressierten nicht zu viel verlangt
sein, sich für einen geschützteren Kulturgenuss einer Gratistestung zu
unterziehen. Man muss sie nur ermöglichen. Wirklich Kulturinteressierte würden das gerne tun, wenn damit das
Kulturleben weiter existieren kann.
Wer das als Einschränkung der persönlichen Freiheit sieht wird
an Kultur ohnehin nicht sehr interessiert sein. Der geht lieber protestieren. Auch gut. Die Freiheit hat er ja schließlich noch.
Wenn du mit dem Auto fährst musst du dich anschnallen und
darüber hinaus – besonders perfide! -einen Führerschein vorweisen können. Eine
Frechheit!
Als harmloser Fußgänger darfst du keine Waffe eingesteckt haben. Was
man im Lodenmanterl oder der Bomberjacke mit sich trägt geht doch keinen was
an! Ok – man darf die Waffe nicht benützen. Man trägt sie ja nur mit, um sich
sicherer zu fühlen. Das muss doch reichen!
Dass man sich auf Veranstaltungen sicherer fühlen würde,
wenn alle Beteiligten getestet wären – das ist dann wieder ganz was anderes.
Das ist dann nur Willkür einer Regierung.
Und viele Gleichgeschaltete in unserer mutierten
Gesellschaft laufen mit.
Ist das noch ein Leben?
Keine Kultur, kein Lachen, keine Freiheit, Experten
widersprechen sich, keine Hilfe von irgendwo, alles ist falsch, verlogen, Fake
und fäkal – mit einem Wort:
Da kann man sich nur mehr dorthin drehen, wo man eh
schon die ganze Zeit war, nämlich „heim“.
Und damit das leichter fällt ist die Beihilfe zum Suizid ab
sofort erlaubt!
Wie viel Freiheit wollen wir denn noch?